Darauf wies die PARTEI-ÜBERGREIFENDE INITIATIVE JHQ am Wochenende in einer Pressemitteilung hin:
Nachdem schon am 24. Februar der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI) die Resolution gegen des Abschiebegefängnis auf dem Gelände des ehemaligen JHQ abgelehnt hatte, folgte nun am vergangenen Mittwoch (04.03.2026) auch die mehrheitliche Ablehnung im Rat der Stadt Mönchengladbach.
Der von Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Antrag wurde von DIE LINKE, Volt und Die Partei unterstützt.
Die Sitzung war von einer intensiv geführten Debatte geprägt (nachzuvollziehen im RatsTV unter Punkt 28: https://www.multibc-pep.de/Player/ratmgladbach/ )
Die Grünen begründeten ihren Antrag mit grundsätzlichen rechtlichen und humanitären Bedenken gegen Abschiebehaft.
In der Debatte wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass ein erheblicher Anteil der Abschiebehaftanordnungen nachträglich von Gerichten als rechtswidrig bewertet werde.
Vor diesem Hintergrund stellten die Antragstellenden die häufig vorgebrachte Argumentation infrage, Abschiebehaft sei ein Ausdruck funktionierender Rechtsstaatlichkeit.
Darüber hinaus wurde die Verhältnismäßigkeit von Abschiebehaft diskutiert.
Kritische Stimmen verwiesen insbesondere auf mögliche Auswirkungen für Familien und Kinder und betonten, dass eine Inhaftierung von Minderjährigen im Widerspruch zur UN-Kinderrechtskonvention stehe.
Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD und FDP argumentierten hingegen, dass der Stadtrat nicht der richtige Adressat für eine solche Resolution sei.
Die Zuständigkeit für Planung und Betrieb eines Abschiebegefängnisses liege bei der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, weshalb die kommunale Ebene keinen direkten Einfluss auf das Vorhaben habe.
Die SPD habe aus diesem Grund auf ihrem Parteitag am vergangenen Wochenende einen Beschluss gefasst, den Punkt erneut an die Landesregierung zur Diskussion zurückzugeben.
Der Sprecher der Linksfraktion betonte in seinem Redebeitrag die politische Funktion von Resolutionen: Sie dienten dazu, als kommunalpolitisch Verantwortliche eine klare politische Haltung zu einem Thema zu formulieren – auch wenn die unmittelbare Entscheidungskompetenz auf anderer Ebene liege.
Neben der Debatte im Rat kam es auch zu angespannten Momenten unter den Zuschauerinnen und Zuschauern.
Während der Sitzung äußerte ein Besucher lautstark Kritik an den Unterstützenden der Resolution.
Nach der Abstimmung kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung im Zuschauerbereich, bei der andere Anwesende deeskalierend eingriffen.
Bereits vor Beginn der Ratssitzung hatten mehrere Unterstützer der Resolution gegen das geplante Abschiebegefängnis demonstriert.
Trotz der Ablehnung der Resolution zeigte die ausführliche Debatte im Stadtrat, dass das Thema Abschiebehaft und der geplante Standort in Mönchengladbach politisch und gesellschaftlich weiterhin stark diskutiert wird.
Dazu dürfte auch der Film „Hotel Europa“ des im Iran geborenen Filmregisseur Ruzbeh Sadeghi beitragen, der aus Anlass der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ im BIS – Zentrum für offene Kulturarbeit – am 25. März 2026 ab 19:00 Uhr gezeigt wird.
Der Film berichtet über ein Theaterstück, durch das den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Moers erst in der Tiefe bewusstwurde, was hinter den Mauern der Haftanstalt stattgefunden hat.
Von 1993 bis 2005 diente das Gefängnis in der Moerser Haagstraße als Abschiebehaftanstalt für ausländische Gefangene, die in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden sollten.
Was aus ihnen geworden ist, bleibt bis heute unbekannt.
Die sich der Filmvorführung anschließende Diskussion wird von Mitgliedern der Partei-Übergreifenden Initiative JHQ/Gegen das Abschiebegefängnis, moderiert.
Der Eintritt ist frei, jedoch wird um Spenden für den Flüchtlingsrat Mönchengladbach e.V. gebeten
Auch um Voranmeldung wird gebeten: https://www.bis-zentrum.de/programm/kino/hotel-europa/











