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Die aktuell wieder auflebende Diskussion um den Rathaus-Neubau in Rheydt ist Anlass genug, die bislang letzte Bürgerinformation und insbesondere die anschließende Diskussion ins Gedächtnis zurück zu rufen.

Die für Mitte 2020 in Aussicht gestellte Varianten-Entwicklung unter Berücksichtigung der Hinweise aus der Bürgerschaft und der (dringenden) Empfehlungen der Wettbewerbsjury liegt offensichtlich nicht vor.

Annähernd 200 Interessierte waren am 30.01.2020 der Einladung in das Ernst-Christoffel-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Rheydt gefolgt, um sich über den Stand der Angelegenheit „Rathaus-Neubau in Rheydt“ informieren zu lassen und bei der anschließenden Aussprache ihre Meinung zu äußern.

Bevor es zur Diskussion kam, hatten OB Hans Wilhelm Reiners (CDU), Planungsdezernent Dr. Gregor Bonin (CDU), Stadtkämmerer Michael Heck und Planer des Siegerbüros sop Architekten GmbH aus Düsseldorf das Projekt vorgestellt und eine aus ihrer Sicht positive Vision gezeichnet, die erst dann realisiert werde, wenn die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen sei.

Interessierte können durch das Video die Veranstaltung noch einmal nachvollziehen – auch um manche Bürgerfragen und die Antworten der Vortragenden besser „einordnen“ können.

Während in der ersten Hälfte des Abends die Vorstellung des Vorhaben einem geplanten Ablauf („Drehbuch“) folgte, lag es in der Natur der Sache, dass eine solche Stringenz bei den Bürgerfragen nicht beibehalten werden konnte.

Hierbei hat der moderierende Pastor Olaf Nöller Geschick bewiesen, indem er annähernd alle Wortmeldungen aus dem Publikum berücksichtigte.

Das Anhören der ungeschnittenen Aufzeichnung der Diskussionsphase (ca.80 Minuten) vermittelt einen guten Eindruck vom Stimmungsbild von vor 14 Monaten.

Thematisiert wurden u.a. (Auswahl durch Klick auf Buttons):

Die, die sich für spezielle Themenkomplexe interessieren, finden hier die Fragen und die Antworten im O-Ton.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurde auf das Zeigen der fragenden Personen (z.B. in Videos) und auf deren Namensnennungen verzichtet.
(Hinweis: Die Reihenfolge der Fragen entspricht nicht unbedingt der Reihenfolge, in der sie in der Veranstaltung gestellt wurden.)

Wirtschaftlichkeit & Finanzierung

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Fragen, Statements, Anmerkungen, … aus dem Zuhörerkreis

Antworten, Stellungnahmen, Positionierungen…

(c) BZMG

EXTRAKT

Prognostizierte Baukosten von 126,5 Mio. EURO
Tatsächliche Baukosten liegen erfahrungsgemäß wesentlich höher als die progostizierten
Wie kann dabei die Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden?

EXTRAKT

Geld kommt woher?

(c) BZMG

EXTRAKT

Genannte Baukosten = Annahmen gemeinsam STRABAG-Betrachtungen
Bis Mitte des Jahres (2020) Konkretisierung / Überprüfungen von Varianten zu bisherigen Planungen
Baukostenindex, Baukostensteigerungen,
Geld wird zusätzlich am Kreditmarkt aufgenommen
Keine Reduzierungen im regulären Haushalt

(c) BZMG

EXTRAKT

Bedeutung des Projektes für den Handlungsspielraum in den nächsten 20-30 Jahren
Tilgung und Zinsen?

(c) BZMG

EXTRAKT

Zinsen und Tilgungen werden zukünftigen Haushalten belasten
Demgegenüber „positive“ Effekte
Glaube: Diese werden gegenüber den Finanzbeschaffungskosten überwiegen, Konkretisierung nach 2025
Ob Kreditvolumen = abhängig von Wirtschaftlichkeit des Projekte
Wirtschaftlichkeitsnachweis wolle und werde man erbringen

(c) BZMG

EXTRAKT

Wenn Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen wird, welche schon jetzt feststehende Kosten entstehen?

(c) BZMG

EXTRAKT

Zunächst Feststellung: Neubau wirtschaftlicher als Sanierung des Bestandes
Wenn nicht wirtschaftlich: „Notgedrungen“ mit Sanierung beschäftigen
Sonst: Gebäudeschließung
Hohe finanzielle Last -Keine Vorstellung, wie das hinzubekommen sei
Folge: Ausgaben einschränken oder Steuern erhöhen
Wichtig: Solide, nachvollziehbare Zahlen für politischen Entscheidung

„Solide Basis“ erfordert Beauftragung der Architekten = Ausgaben = „gewisse Vorlaufkosten“

Mobilität & Verkehrliches

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Antworten, Stellungnahmen, Positionierungen…

(c) BZMG

EXTRAKT

Verkehrssituation „drumherum“
Gefahren besonders für Kinder

(c) BZMG

EXTRAKT

„Bipolarität“ auszugleichen ist Aufgabe weiterer Planungen
Keine Kappung der Lieferketten
Kurzzeitparken vs. Parkplatzsuchverkehr
Erreichbarkeit ja vs. Aufenthaltsqualität

EXTRAKT

Wie kommen Mitarbeiter zum Rathaus?
Bessere ÖPNV-Anbildung
Nur eine Fahrradstraße
Desolate Fahrradwege
Plötzlich: „Visionen“
Heute abend: Nichts Konkretes
nur immer: „Wir glauben …“ • „Es könnte so sein …“ •  „Es ist gut, dass wir dass wir darüber diskutieren …“
Es fehle Konkretes

EXTRAKT

Eine Fahrradstraße zu wenig – man arbeite an weiteren
Im Fahrradwege-Ausbau „unterwegs“
Mit der mags bei Sanierungen „unterwegs“
Radverkehr in „Stadtentwicklungsstrategie“ und im Haushalt „verankert“

EXTRAKT

Zitat „Parkplatz für Mitarbeiter nicht finanzierbar und unnötig“ (Bonin, Februar 2019)
„Mitarbeiter können mit Fahrrad oder ÖPNV fahren“
Wie soll das z.B. aus dem Umland möglich sein?

EXTRAKT

Bestätigung des Zitates
„Verwaltung der Zukunft“ soll sich umweltfreundlich aufstellen
Bonin: „Was wäre die Alternative?“
`Jedem Mitarbeiter ein eigener Stellplatz?
Einwurf eines Zuhörers: „Unternehmer vermieten Stellplätze an Mitarbeiter“
Ein Jahr lang intensiv mit Mitarbeitern gesprochen: Erstaunliche Ergebnisse.
70% der Mitarbeiter leben in einem Radius von 7 km um das Rathaus
Radabstellanlagen, Anpassung der Dienstpläne, Car-Sharing-Pool
Analyse über den Gebrauch des Autos (während der Dienstzeit)
ÖPNV-Taktverdichtung

(c) BZMG

EXTRAKT

Hinweis auf falsche Darstellung der Sonneneinstrahlung „Sonne scheint von Norden her“

Wie verbindlich sind die „7 km“?

(c) BZMG

EXTRAKT

Keine Festlegung auf einen Umkreis
Längerer Prozess, könnte aber ein Lösungsweg sein
Starke Veränderung durch Pedelecs
Leasing-Angeboten für Pedelecs stehen tarifliche Vereinbarungen entgegen
Versuch: Mitarbeiter davon zu überzeugen, nicht mit dem Pkw zu kommen
Menschenrecht auf einen unentgeltlichen Parkplatz?

Kaufkraft & Handel

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Fragen, Statements, Anmerkungen, … aus dem Zuhörerkreis

Antworten, Stellungnahmen, Positionierungen…

(c) BZMG

EXTRAKT

Rathausprojekt = „Ankerprojekt“ für Rheydt
Bedenken bei den propagierten Aussichten auf
„mehr Kaufkraft“,
„mehr Aufenthaltsqualität“
„mehr Gastronomie“
„weniger Leerstand“
1.800 kommen jeden Morgen aus Umland und sind um 17-18 Uhr verschwunden
20% der 30% Transferleistungsempfänger im MG leben in Rheydt
wenn Kaufkraft von 1.800, dann Sorge tragen dass sie abends „hier bleiben und am Samstag wieder kommen“
Zweifel daran, dass 1.800 Leute dazu beitragen, dass Rheydt „aufblühen“ werde

(c) BZMG

EXTRAKT

Dass der Effekt erzielt werden kann, kann man nur hoffen
„Glaube an Rheydt“
Keine Alternative
Viel passiert durch „Soziale Stadt Rheydt“
Bisherige Maßnahmen nicht tragfähig
„Unser“ Verhalten hat sich geändert
Einkaufen im Internet
Straßen voll (mit Lieferfahrzeugen)
Begriff „Fußgängerzone“ wird es nicht mehr geben

(c) BZMG

EXTRAKT

Verständnis für Skepsis der Bürger
Zu sehr Verwaltung und Finanzen im Blick
Befahrbarkeit des Sparkassenvorplatzes
Kurzparkplätze erhalten!

(c) BZMG

EXTRAKT

Durchlässigkeit durch Jury angemahnt
Momentan (30.01.2020) Planung im „Skizzencharakter“
Zustand sollbesser werden

Natur & Ökologie

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(c) BZMG

EXTRAKT

Allgemeine Hinweise auf ökologische Überlegungen
Zitat: „Thema ‚Vogeschutz‘ werden wir veruschen zu lösen“
„Heute“ nichts Abschließendes

EXTRAKT

„Magistrale“ verbindet drei Gebäudetaile
Nicht alles Glasfassaden
Photovoltaik auf Dach

Arbeitsplätze

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Antworten, Stellungnahmen, Positionierungen…

(c) BZMG

EXTRAKT

„Intensivste“  Vorbereitungen mit den Mitarbeitern in den letzten 2-3 Jahren
Workshops, Einzelgespräche, „Notwendigkeiten“, Raumbedarf
Für jedes Dezernat dezidierte Festlegung
„Offene Arbeitswelten“ im Ingenieurbereich werden gewünscht
Intensive Gespräche mit dem Personalrat
Es gibt Vorbehalte

2025: Flexibilität in den drei baulichen Einzelbereichen

(c) BZMG

EXTRAKT

alle Teile der öffentlichen Verwaltung in Großraumbüros
Bürger mit persönlichen Anliegen
Keine Informationen

(c) BZMG

EXTRAKT

Sehr flexible Arbeitsplätze mit und ohne Flure
Brandschutz
Arbeitsprozesse und Digitalisierung

(c) BZMG

EXTRAKT

„geschützte Räume“ – nicht unbedingt am Arbeitsplatz des Mitarbeiters
Diskussion läuft
10% Mitarbeiter mit Behinderungen = fester Arbeitsplatz
Mit mehr als 400 Mitarbeitern in Venlo gewesen
Weitaus überwiegend positive Meinung der Mitarbeiter
Weitere Mitarbeitergespräche nötig
Frage „…nach 17:00 Uhr“: „liegt auf dem Tisch“ •  kein „toter Klotz“

Bauliches, Karstadt, Stadtsparkasse, …

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Fragen, Statements, Anmerkungen, … aus dem Zuhörerkreis

Antworten, Stellungnahmen, Positionierungen…

(c) BZMG

EXTRAKT

Momentane Fluchtlinie Rathaus und Karstadtgebäude
Planung: Glasfront ca. 15 Meter „nach hinten“
Karstadtgebäude soll erhalten bleiben?
Massive Einschränkung des Verkaufsbetriebes Karstadt
Innenflächen (Atrium) Karstadtgebäude?

(c) BZMG

EXTRAKT

Wille, Karstadt in eine „entsprechende Zukunft“ zu führen
Etagen über Verkaufsflächen Karstadt = Eigentum der EWMG
Wie Anpassungen vorgenommen werden, wird sich zeigen

EXTRAKT

Wie mit dieser Problematik umgegangen wird, ist noch nicht klar
Karstadt sieht „Riesenchance“, sich dauerhaft zu etablieren
Änderungen und Vertiefungen müssen jetzt vorgenommen werden

(c) BZMG

EXTRAKT

Bedenkenswerte Situation
Absprache mit Denkmalschutz erforderlich

(c) BZMG

EXTRAKT

Bedauern zum geplanten Abriss des Sparkassengebäudes und des Verschwinden des Vorplatzes
Frage: „Hätte man mit diesen Formen nicht auch spielen können?“
Historische Bauten müssen nicht „inszenieren“ werden

(c) BZMG

EXTRAKT

Stadtsparkasse strukturiert intern um
Zweigstelle in Rheydt soll bleiben (zwischen Rathaus und Kommandantur)
War Bestandteil der bisherigen Planungen

Grundsätzliches, Sonstiges

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Fragen, Statements, Anmerkungen, … aus dem Zuhörerkreis

Antworten, Stellungnahmen, Positionierungen…

(c) BZMG

EXTRAKT

Perspektivwechsel von Bonin und Verwaltung hin zur Bürgerschaft
Gesamtsituation in Rheydt
Zustand Bahnhof Rheydt
Fußgängerzone
Aufenthaltsqualität
„Deprimierte Stadt Rheydt“

(c) BZMG

EXTRAKT

Perspektiv-Wechsel schon seit Jahren in der politischen Diskussion
Umgang mit dem Bestand städtischer Immobilien
HSP-Maßnahme
Zentralisierung von Verwaltung in Rheydt
Hinweis auf Wettbewerb

(c) BZMG

EXTRAKT

Veranstaltung ist dazu gedacht, Meinungen einzuholen
Rheydt wieder einmal schlecht geredet
Millionen in Rheydt investiert
Bahnhof Rheydt
Es dauert seine Zeit
Galeria am Marienplatz

EXTRAKT

Durchlässigkeit Stresemannstraße
Abgeschossen oder durchgängig offen?
Befürchtung „Bronx“
Mitnahme Fahrräder

EXTRAKT

„Wahrgenommen“, dass Durchgang „ein Thema“ ist
Verweis auf Architekten

(c) BZMG

EXTRAKT

Gebäude nicht nur für Verwaltung, sondern auch für politische Dialoge

EXTRAKT

Aus der Sicht der „jüngeren Generation“
„Liebe Rheydt“
„Unfassbare Freude auf dieses Projekt“
Neues Studentenwohnheim
Mittagspause, Einkaufen
„Alle drei Säulen“

HINWEIS:  Siehe auch „Autoren-Kommentar“

Keine Äußerungen zu diesen Statements

(c) BZMG

Das bemerkenswerte Statement der jungen Dame gegen Ende der Veranstaltung ließ zunächst drauf schließen, dass sie eine „begeisterte“ Studentin sei. (siehe „Grundsätzliches/Sonstiges“)

Stutzig machten jedoch die von ihr verwendeten Fachtermini, wie „… alle drei Säulen“ sowie die Argumentationen bezüglich der positiven Auswirkungen der 1.800 Mitarbeiter auf die Belebung der Rheydter Innenstadt, die verwaltungsseitig wiederholt in Sitzungen von politischen Gremien geäußert wurden.

Recherchen weisen auf die Möglichkeit hin, dass es sich bei dieser jungen Frau um eine Mitarbeiterin des Bau- und Planungsdezernates gehandelt  haben könnte.

Nach den Vorstellungen der Veranstalter sollten am 30.01.2020 „die Meinungen der Bürger“ eingeholt werden.

Das bestätigte auch der damalige Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners im Verlauf der Veranstaltung.

Dass die Äußerungen der Bürger – auf welche Art auch immer – „aufgenommen“ wurden, war weder angekündigt worden, noch auf andere Weise erkennbar.