Der BSK in Mönchengladbach hat einen umfassenden Faktencheck zur geplanten Querung der Bahntrasse und der vierspurigen Verbindungsstraße zwischen zwei großen Ortsteilen vorgelegt.
Das Ergebnis ist eindeutig: Der Neubau einer Brücke wäre teuer, nicht barrierefrei nutzbar und würde bestehende Sicherheitsprobleme nicht lösen.
„Eine Brücke mag auf den ersten Blick modern wirken, sie schließt jedoch viele Menschen faktisch aus“, erklärt Werner Knor, Mitglied für Barrierefreiheit im Team der Mönchengladbacher BSK-Kontaktstelle, „unser Faktencheck zeigt klar, dass eine ebenerdige, barrierefreie Querung die sachlich-fachlich bessere, sicherere und sozial gerechtere Lösung ist.“
Barrierefreiheit als Maßstab
Nach geltenden Regelwerken zur Barrierefreiheit wären für eine Brücke drei mit ca. 100 Meter Länge, extrem lange Rampen erforderlich.
Diese seien im bestehenden Stadtraum kaum realisierbar und für viele Menschen – etwa Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer, Menschen mit Rollator oder Familien mit Kinderwagen – praktisch gar nicht nutzbar.
„Barrierefreiheit ist kein Sonderwunsch, sondern eine Grundvoraussetzung für gleichberechtigte Mobilität“, betont Kontaktstellenleiter Albert Sturm.
Angesichts der demografischen Entwicklung werde der Bedarf an barrierefreier Infrastruktur weiter steigen.
Ebenerdige Lösung technisch machbar
Der Faktencheck berücksichtigt auch die örtlichen Gegebenheiten: Die Bahnstrecke ist eingleisig, verläuft schnurgerade und wird nur wenige Male im Monat befahren.
Dementsprechend sind barrierefreie, niveaugleiche Querungen technisch möglich und in vergleichbaren Situationen bundesweit gängige Praxis.
Für die Querung der vierspurigen Straße stehen ebenfalls bewährte, sichere Lösungen zur Verfügung, etwa signalgesicherte Bedarfsampeln mit oder ohne Mittelinseln.
Forderung an Politik und Verwaltung
Der BSK fordert Politik und Verwaltung auf, auf einen Brückenneubau nicht weiter zu verfolgen und stattdessen eine integrierte, barrierefreie Querung von Bahn und Straße zu planen.
Wer heute Mobilität plane, müsse die Bedürfnisse aller Menschen „mitdenken“, so Knor.
Zumal eine ebenerdige Querung schneller umsetzbar und kostengünstiger sei und echte Sicherheit für alle schaffe.
Der vollständige Faktencheck ist auf der barrierefreien Homepage des BSK Mönchengladbach über diesen Link abrufbar: https://bsk-mg.de/bruecke-01/








Zu diesem Thema erreichte uns heute auf elektronischem Wege dieser Kommentar eines Lesers, der namentlich nicht genannt werden möchte, dessen Identität der Redaktion jedoch bekannt ist:
„Ausgezeichnete und plausibele Argumentation.
Ich frage mich aber, wie kann es sein, dass die Verwaltung in kürzester Zeit erkennen muss, dass die Brücke abgerissen werden muss?
Wenn solche Bauwerke regelmäßig gewartet werden, müsste doch Schäden viel früher erkennbar gewesen sein.
Diese Kurzfristigkeit gibt mir zu denken.
Wurde das Ganze nicht zu einer Gefahr im Verzug Lage hochgezogen, die nur noch durch einen kurzfristigen sehr teuren Abbruch behoben werden konnte.
Hat hier überhaupt eine Ausschreibung stattgefunden, um den wirtschaftlichsten Abbruchunternehmer zu finden?
Die ungenügende Wartung, die unterlassene Instandsetzung, der teure Abriss und jetzt die teure Ersatzbrücke lässt bei mir ungute Vermutungen aufkommen.
Die ganze Aufstellung hat alles, was auch in korruptiven Zusammenhängen anzutreffen ist.
Warum kommt da kein beleuchter Überweg hin, der die FußgängerInnen gegenüber den Autofahrenden bevorzugt?
Warum kommt da keine Demonstration für einen solchen Übergang?
Wo ist denn da die Schülervertretung und das Jugendparlament?“ (Zitat Ende)